Bericht der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft

BILD 1


Die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft (DGMW) fand am 05.-07. Oktober 2017 in Kooperation mit dem Internationalen Institut für Missionswissenschaftliche Forschungen (IIMF) in Münster (Akademie Franz Hitze Haus) unter dem Titel

Transnationale Missionarische Bewegungen

statt. Für das IIMF sprach Prof. Dr. Klaus Vellguth (Missio, Aachen) ein Grußwort, für die DGMW führte Prof. Dr. Henning Wrogemann in die Tagung ein. Im Fokus standen transnationale Bewegungen aus dem Bereich verschiedener Religionsformationen, etwa der Pfingstbewegung, muslimische Revitalisierungsbewegungen sowie Entwicklungen unter Orthodoxen Kirchen oder innerhalb der Römisch-katholischen Weltkirche. Dr. Moritz Fischer, Privatdozent an der Augustana Hochschule in Neuendettelsau, analysierte aus dem pfingstkirchlichen Umfeld das Netzwerk Nzambe Malamu, Prof. Dr. Wilhemus Valkenberg von der Catholic University of America (Washington, DC) stellte die Hizmet-Bewegung (in Deutschland als Gülen-Bewegung bekannt) vor.

Unter dem Titel The Other Sheep: A Postcolonial Reading of Missionary Friendship and Edinburgh 1910 illustrierte die Missionswissenschaftlerin Prof. Dr. Dana L. Robert von der Boston University School of Theology eindrücklich, welche Bedeutung transnationale Netzwerkverbindungen schon für frühere Phasen der protestantischen Bewegung gehabt haben.

(Prof. Dr. Dana L. Robert)

Einblicke zu neueren Entwicklungen unter Orthodoxen Kirchen vermittelte Dr. Dimitrios Keramidas (Gregoriana, Rom) unter From national „Orthodoxies“ to the prophetic Orthodoxy. New challenges for the orthodox understanding of mission after the Council of Crete (2016). Für die Römisch-katholische Kirche berichtete Prof. Dr. Michael Sievernich (St. Georgen, Frankfurt/Main) von neuen Bewegungen innerhalb der verschiedenen Ebenen der Kirche.

(Prof. Dr. Klaus Vellgut, Prof. Dr. Michael Sievernich)

Der Islamwissenschaftler Dr. Thomas Gugler (Münster) gab eine sehr eindrückliche und analytisch facettenreiche Einführung in Anschauungen und Praxis der pakistanischen Bewegung Dawat-e Islami, die, in den 1980er Jahren begründet, inzwischen auch international sehr aktiv ist. Prof. Dr. Miranda Klaver (Amsterdam) wandte sich unter Pentecostal Churches as Transnational Missionary Movements – the example of the Hillsong Church Network wiederum einer christlichen Bewegung zu, die durch moderne Musik und den Einsatz neuer Medien ein Millionen-Publikum erreicht.

Prof. Dr. Miranda Klaver

Am Freitagabend fand die Mitgliederversammlung der DGMW statt. Es wurden 14 Personen als neue Mitglieder in die Gesellschaft aufgenommen. Im Zusammenhang der turnusmäßigen Wahlen zum Verwaltungsrat stellte sich Prof. Dr. Johannes Triebel nicht erneut zur Wiederwahl. Als langjähriges Mitglied in Verwaltungsrat und Vorstand der DGMW hatte Johannes Triebel das Amt des Schatzmeisters über viele Jahre innegehabt. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt er stehenden Applaus. Eine feierliche Verabschiedung aus dem Amt ist für die DGMW-Jahrestagung 2018 geplant.

Prof. Dr. Johannes Triebel, links

Als Zeichen der Verbundenheit ist vorgesehen, dass die Beiträge der Tagung sowohl in Interkulturelle Theologie. Zeitschrift für Missionswissenschaft für die DGMW als auch in der Zeitschrift für Missions- und Religionswissenschaft für das IIMF erscheinen sollen.

(Henning Wrogemann)